Anmerkungen zum Buch
Rund ums Buch, die Ernährungsumstellung, den Sport,...
Anmerkungen zum Buch
Das „Projekt“ startete mit einem Höchstgewicht von 110 Kilogramm. Die 1. Etappe war gewissermaßen ein Probedurchlauf, blieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sprich unprotokolliert und nahm ihr vorläufiges Ende mit einem Gewichtsverlust von 27 Kilogramm. Dem Glücksgefühl folgte eine Fehlentscheidung, und zwar in Form einer – mir damals als erforderlich scheinenden – Auszeit, die mich bei Status 83 nach geraumer Zeit direkt in die Jojo-Falle manövrierte. Der Preis für diese Schwäche war die Zunahme von 10 Kilogramm. Frei nach dem Kausalitätsprinzip kippte die Frustrationsgrenze und führte mich zu dem Punkt, der das endgültige „Projekt XXL“ in Gang setzte. Die 2. Etappe begann mit täglichen Aufzeichnungen ab Status 93 über das aktuelle Gewicht, die Ernährungsumstellung, den Sport und die psychische Verfassung. Durch die ausgeprägte Auseinandersetzung mit dem Schwerpunkt „Übergewicht“ ergaben sich themenbezogene Reflexionen, die rein subjektiv zu betrachten sind. Höhen und Tiefen, richtiges sowie falsches Handeln blieben nicht aus und sorgten demgemäß für die Authentizität der jeweiligen Tagesprotokolle. Das Resultat meiner Bemühungen um einen gesunden Körper war eine erneute Abnahme von 24 Kilogramm und ein finaler Gewichtsstand von 69. Das Buch, zugeordnet der Rubrik Belletristik, erhebt keinerlei Anspruch darauf, als Diät-Ratgeber oder Vorlage für adipös Veranlagte verstanden zu werden, sondern beschreibt einzig und allein meinen persönlichen Weg zum Normalgewicht. Die Aufzeichnungen sollen lediglich Mut machen sowie Motivation geben und demonstrieren, dass selbst unlösbar anmutenden Probleme mittels starkem Willen zu bewältigen sind.
Anmerkungen zur Ernährungsumstellung
Da es mir ein großes Anliegen war, keinerlei Diät zu machen nahm ich mir vor, auf einfache und unkomplizierte Art alte und liebgewordene Gewohnheiten über Bord zu werfen und durch folgende zu ersetzen: Vollkornbrot, frisches Obst, alles was der Gemüsegarten hergibt, Salate, Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch, Frischkäse,etc.) Geflügel und Fisch standen vorwiegend am Programm. Des Weiteren folgte ein Wechsel von tierischen Fetten (Butter) zu pflanzlichen in Form von Olivenöl. Um den Stoffwechsel anzukurbeln wurde auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr geachtet, Alkohol und Zucker wurden fast ausnahmslos gestrichen. Fakt ist, dass durch die Ernährungsumstellung die vorhandenen gesundheitlichen Probleme wie in meinem speziellen Fall, starker Bluthochdruck, Schmerzen in den Kniegelenken, Kurzatmigkeit und nicht zu vergessen die depressiven Verstimmungen beseitigt werden konnten und ich meinem Arzt aufgrund der überaus zufriedenstellenden Werte Freude bereite. Fakt ist ebenso, dass die Abnahme von überschüssigem Gewicht nicht durch Schweinebraten, Lasagne oder Sacher-Torte zu erreichen ist, sondern durch einen vernünftigen Umgang mit Fett und Zucker. Auch die Nahrungsaufnahme von Kohlenhydraten in übermäßiger Form, sprich Teigwaren, Reis, Kartoffeln, etc. sollte sinnvollerweise nicht am späten Abend stattfinden.
Anmerkungen zum Sport
Von Haus aus eher phlegmatisch veranlagt und dem Klischee des „gemütlichen Dicken“ treu ergeben kostete es mich naturgemäß einiges an Überwindung, das Thema Sport in meinen Alltag einzubeziehen. Infolge zahlreicher Überlegungen nach einem Ausweg wurde mir jedoch bewusst, dass die Chance, ohne körperliche Betätigung ans Ziel zu kommen gegen Null strebt. Laufen, die Wunderwaffe etlicher Zeitgenossen schied gleich von Anfang an kategorisch aus, da diverse glücklose Erfahrungen der Vergangenheit deutlich zeigten, dass meine Stärken mit Sicherheit wo anders zu suchen sind. Das nächste Problem ließ sich relativ rasch finden und zwar in Form der Vereinbarkeit zwischen Möglichkeit und Zeit. Außerhalb des Stadtzentrums ansässig, will heißen jeglicher Infrastruktur beraubt und zwei kleinen Kindern verpflichtet schied somit auch der Punkt Fitness-Studio aus. Daraus resultierend entstand schließlich die Idee, mir das Sportprogramm nach Hause zu holen und zwar in Gestalt einer Videokassette. Durch Zufall stieß ich auf ein Band namens „TriFitness“ von Pat Zapletal, ein in drei Bereiche unterteiltes Rundum-Workout. Beginnend mit einer lebhaften Aufwärmphase, dem sogenannten „Warm Up“ erfolgt danach eine Überleitung zum gezielten Festigen der Muskulatur und schließt ab mit dem Entspannungs- bzw. Dehnungsteil, dem „Cool Down“. Das Aufwärmen beinhaltet Bewegungsabläufe, die auch unter dem Begriff „Tae-Bo“ bekannt sind. Kurz erklärt handelt es sich hierbei um eine Art Box-Aerobic, die nebenbei bemerkt bestens zum Abbau von überschüssigem Aggressionspotenzial geeignet ist. Alle 3 Übungseinheiten dauern jeweils 10 Minuten, sind also vom Zeitaufwand her relativ gering und für jedermann/frau machbar. Das Workout in den Tagesablauf zu integrieren fiel nicht schwer und so begann ich, mich täglich (mit Ausnahme von kurzen Unterbrechungen wie z.B. Erkrankungen) dieser Herausforderung zu stellen.
Anmerkungen zur psychischen Verfassung
Bedingt durch den extremen Leidensdruck der vergangenen Jahre und dem Entschluss, dem endlich ein Ende zu bereiten war ich anfangs natürlich hoch motiviert. Die vorweg gestartete 27-Kilo Etappe verlief einigermaßen problemlos und wirkte äußerst positiv auf meine Psyche ein. Nachdem ich diesen Teilerfolg über längere Zeit hielt kam jedoch der erste wirkliche Einbruch, der mir neben dem unsäglichen Plus von 10 Kilogramm dementsprechenden Kummer bescherte. Zum Glück gehört Hartnäckigkeit zu meinen Charaktereigenschaften, die mich alsbald ermutigte, weiter an dem Projekt zu arbeiten. Während der 2. Etappe gab es selbstverständlich auch den einen oder anderen Rückfall – doch ich versuchte, dies als Erfahrung zu verbuchen und mich dadurch nicht von meinem Vorhanden abbringen zu lassen. Aufgrund der unterschiedlichen Blockaden und teils unverständlichen Gegenmaßnahmen des Stoffwechsels lernte ich mit der Zeit auf Körper und Geist zu hören und mir die Reaktionen einzuprägen. Dies war sehr hilfreich, um einen Einblick auf das verzweigte Innenleben zu erhalten und dadurch stets neue Kraft zu tanken.
