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Missverständnis Diät

Die Variationsvielfalt der Diäten ist beeindruckend, die Vergänglichkeit der Erfolge ebenso. Wer meint, Übergewicht mittels kurzfristiger Radikalkuren schnell wieder loswerden zu können irrt, denn das griechische Wort „diaita“ bedeutet mehr als nur Abnehmen - es steht vielmehr für „Lebensweise“.

 

Missverständnis Diät

Die Variationsvielfalt der Diäten ist beeindruckend, die Vergänglichkeit der Erfolge ebenso. Wer meint, Übergewicht mittels kurzfristiger Radikalkuren schnell wieder loswerden zu können irrt, denn das griechische Wort „diaita“ bedeutet mehr als nur Abnehmen - es steht vielmehr für „Lebensweise“.

 

Übergewicht durch Diäten
Eine konventionelle Diät ist für unseren Körper nichts anderes als eine künstliche Hungersnot, auf die er entsprechend klug reagiert. Zur Bewältigung der Krise wird ein „Sparprogramm“ aktiviert, das seinerzeit das Überleben unsere Vorfahren sicherte, unsere heutige Wohlstandsgesellschaft jedoch arg in Bedrängnis bringt. Unser Organismus greift zuerst auf seine Reserven zurück, der Abbau von Muskelmasse, das Sinken des Grundumsatzes und ein verminderter Energiebedarf sind die Folgen. Nun fängt das Dilemma an: Wir nehmen zu, sobald wir zum alten Essverhalten zurückkehren, die Depots werden sofort wieder aufgefüllt und konsequent verteidigt. Jo-Jo, so ist das. Diesem Prozess können wir jedoch vorbeugen, indem wir parallel zu einer Ernährungsumstellung Muskelmasse aufbauen und so den Grundumsatz erneut erhöhen.

 

Keine Zeit und kein Geld
Nur zu gern verrennen wir uns in Argumente wie „Zeitmangel“ und „Kostenfrage“ wenn es um eine ausgewogene und vollwertige Ernährung geht. Fast Food und minderwertige, weil stark verarbeitete Nahrung, ist allgegenwärtig und warum sollten wir uns zum täglichen Alltagsstress auch noch mit zeitraubenden Arbeiten wie Kochen belasten? Abgesehen davon ist Sparen aktueller denn je und so manche Preise im Bioladen sind in der Tat wahre Killer für den zart aufkeimende Vorsatz sich gesund zu ernähren.

 

Passivität trifft Aktionismus
Kann es uns wirklich einerlei sein, womit wir unseren Bedarf an Energie decken oder wäre es nicht sinnvoller genau zu wissen, welche Inhaltsstoffe in den Produkten, die wir zu uns nehmen enthalten sind? Lassen wir es weiter zu, dass Tiere gequält, die Umwelt belastet und Chemie unser aller täglich Brot wird? Verbringen wir nicht unzählige Stunden sinnlos vor dem Fernseher während unsere kaum noch vorhandene Betroffenheit vollends verloren geht? Wir investieren Geld in trendige Diäten, Appetitzügler und Anti-Aging-Produkte um dem natürlichen Alterungsprozess vermeintlich ein Schnippchen zu schlagen und kompensieren Nährstoffverluste respektive Gewissensbisse mit Convenience Food und Nahrungsergänzungsmittel. Wir haben Zeit und Geld.

 

Profit auf ganzer Ebene
Eine Kurskorrektur in punkto Nahrungsaufnahme hat aber nicht nur den angenehmen Nebeneffekt überschüssiges Gewicht loszuwerden, sondern eine Vielzahl anderer positiver Konsequenzen. Konzentration und Leistungsfähigkeit werden gesteigert, aktuellen Zivilisationskrankheiten wie dem metabolische Syndrom wird vorgebeugt und ein rundum neues Lebensgefühl erzeugt. Wer Essen frisch zubereitet weiß, womit sein Körper es zu tun hat. Wer regionale und vollwertige Lebensmittel konsumiert unterstützt neben der Landwirtschaft auch die Umwelt und boykottiert Massentierhaltung, Gentechnik und individuell unverträgliche Zusatzstoffe. Bereits kleine Änderungen zeigen Wirkung: Wer z.B. Vollkornprodukte bevorzugt, bleibt länger satt und beugt starken Blutzuckerschwankungen vor, wer hochwertige Fette einsetzt schützt Arterien, wer täglich Obst und Gemüse konsumiert profitiert von den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, etc.

Wenn wir den Unterschied zwischen Nährstoffdichte und Energiedichte erkennen, biochemische Zusammenhänge beachten und der Gesundheit oberste Priorität einräumen sind wir möglicherweise auf dem richtigen Weg den umfassenden Begriff „diaita“ zu verstehen.

Die Entscheidung sich gesund oder ungesund zu ernähren trifft jeder für sich selbst.

 
 

Anmerkung: Dieser Artikel wurde in gekürzter Version am 6. April 2011 unter der Rubrik "Gesundheit" in der Kärntner Woche veröffentlicht.